Heuer zu Weihnachten ist es 200 Jahre her, dass das weithin berühmte und geliebte Weihnachtslied “Stille Nacht, Heilige Nacht” zum ersten Mal gesungen wurde. Der Komponist Franz Xaver Gruber und der geistliche Textdichter Joseph Mohr haben in selten einmütiger Weise das Lied gestaltet, ohne das für uns Weihnachten nicht denkbar wäre.

Dieses Jubiläum nehmen die Gedenkorte im Salzburger Land zum Anlass, sich durch besondere Aktivitäten auszuzeichnen, seien es ein neu angelegter Mohrweg in Hintersee, eine neues Gedenkhaus in Wagrain oder der Umbau des Stille Nacht-Museums in Hallein, um nur einige zu nennen. Auch die Gruber-Forschung kommt zu interessanten neuen Erkenntnissen über die Persönlichkeit und das Berufsleben des Komponisten, der als Komponist, Organist und auch als Mesner in Hallein lange Jahre gewirkt und gelebt hat.

Joseph Mohr, der vorerst Hilfspriester und später als Vikar in Hintersee und Wagrain seiner seelsorglichen Tätigkeit nachgegangen ist, ist ein bescheidener Mensch ohne Eitelkeiten, ein Vater der Armen und ein hoch talentierter Prediger und Musiker gewesen. Nach den damaligen Gepflogenheiten der Kirche wurde er viele Male in verschiedene Pfarren versetzt, um dort als Hilfspriester den örtlichen Pfarrer zu unterstützen.

In meiner Biografie über den Dichter des Weihnachtsliedes habe ich das Wirken Mohrs ausführlich dargestellt. Es ist mir von großer Wichtigkeit, die Bezüge des Salzbirger Priesters Joseph Mohr zu Bayern hier extra anzuzeigen.

In der Ramsau bei Berchtesgaden hat Mohr seine allererste Dienststelle angetreten. Salzburg war bis zum Jahr 1816 bayerisches Gebiet. Die Pfarrämter Markt Berchtesgaden, Schellenberg und Ramsau unterstanden bis 1827 der Erzdiözese Salzburg. Vom August bis Oktober 1815 war Mohr als Hilfsgeistlicher tätig und der Eintrag in der Ramsauer Pfarrchronik lautet: “Joseph Mohr, geboren zu Salzburg am 11. Dezember 1792, Priester mit dem Tischtitel von dem erzbischöflichen Priesterseminar zu Salzburg, und zum Beichtstuhle am 21. August 1815, kam am 29. August 1815….hier an und blieb mit Bewilligung des Hovchwürdigsten Konsitoriums zur Aushilfe da bis 10. Oktober 1815, an welchem Tag er abgereist war.

Der damalige Ramsauer Pfarrer Severin Wallner erbat vom Ordinariat Salzburg Mohr als Aushilfspriester und bekam ihn zugeteilt. Mohrs Geundheitszustand war besonders in seiner Jugend wenig günstig. Seine große Güte, Uneigennützigkeit und Freigiebigkeit sowie sein heiteres und fröhliches Gemüt wurden an ihm gerühmt”. (Reichenhaller Tablatt, “der Grenzbote”, 13. Jg., 23.12. 1932, S. 92). Mohr wird in der Ramsau mit zwei Taufen genannt: am 1. September 1815 den Michael Votz und am 9. September 1815 den Hosef Datz. Im Beerdigungs- und Trauregister wird Mohr nicht erwähnt.

Ein nächster Bezugsort von Joseph Mohr zu Bayer ist Bad Reichenhall. Mohr hatte einen Halbbruder namens Kajetan Dreythaler, auch Cajetanus Vitalis Dreythaller oder Dreithaler genannt. Diese vierte Schwangerschaft von Mohrs Mutter Anna Schoiberin durch den Tagwerker Felix Dreithaller wird im Fornikationsprotokoll von 1796 agezeigt.

Die Nachkommen des Kajetan Freythaller nennen sich Familie Falter Nach der in der Familie vorhandenen Entlassungsurkunde des Felix Dreithaller aus der k.u.k Öterrreichischen Armee vom 10. April 1822 erlernte dieser das Schusterhandwerk und heiratete 1822 in Bad Reichenhall die Kuferstochter Genoveva Gschwendtner. Diese Eheschließung hat mir hoher Wahrscheinlichkeit Joseph Mohr vollzogen, in der Heiratsmatrikel steht nämlich ein “D. Jos. Dreitaler, Coop in Anthering” als ausführender Prieser. Mohr war zu dieser Zeit, nämlich vom 3. April 1822 bis zum 13. September 1823, Coadjutor in Anthering. Der Matrikelschreiber dürfte den als Bruder des Bräutigams geschrieben haben. Das bedeuetet, dass Mohr durchaus zu seinem Halbbruder längeren Kontakt gehabt haben muss.

Aus der Persönlichkeit Mohr ist zu ersehene, dass er ein Familienmensch war. Hat er doch wie aus diversen Briefen hervorgeht, über viele Jahre seine Mutter und Halbschwester finanziell unterstützt-